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Boxenstopp bei Jungle Junction in Nairobi

Nairobis Ruf ist nicht viel besser als der der Mojale-Route. Nicht umsonst trägt Nairobi auch den spöttischen Namen „Nairobbery“. Umso mehr sind wir erstaunt, dass Nairobi abgesehen vom Verkehrschaos im Zentrum eine durchaus schöne Stadt mit viel Grün ist. Und einkaufen kann man hier weltklasse. Zumindest kommt es uns nach der langen Supermarktabstinenz seit Kairo so vor. Wir kaufen den halben Supermarkt leer: Bier, Wein, Gin, Tonic Water, Salt & Vinegar Chips, Haribos, Schokolade und was es sonst noch so gibt. Auch ein paar gesunde Sachen verirren sich in den Einlaufskorb, aber sie sind deutlich in der Unterzahl.

Nachdem wir uns noch am westlichen Angebot des angegliederten Cafés gütlich getan und das offene Funknetzwerkverbindung des Cafés in Anspruch genommen haben, schleppen wir unsere Beute zurück zu Jungle Junction, einem festungsartig gesicherten, aber schönen Camp, in dem wir uns einquartiert haben und wo wir uns mit Fulco und Marielle verabredet hatten. Hohe Mauern, versehen mit Glasscherben und Stacheldraht umgeben das Camp, zwei Wachhunde liegen faul in der Sonne. Soll uns das ein Gefühl von Sicherheit geben, oder sollte uns das nicht eher verunsichern? Aber solche Mauern sind in afrikanischen Städten leider völlig normal. Mit ihnen schützen die Weißen und die wohlhabenden Schwarzen sich und ihr Hab und Gut vor den armen Schwarzen. Anfangs irritierend, gewöhnt man sich doch schnell daran. Außerdem ist es in den augenblicklichen unsicheren Zeiten vielleicht gar nicht so verkehrt. Nur wenige Wochen zuvor kam es vor Jungle Junction noch zu einer Straßenschlacht und Schießereien. Die Camper waren innerhalb der beeindruckenden Mauern in Sicherheit.

Chris ist Deutscher und betreibt Jungle Junction seit etlichen Jahren. Er hat das Camp vorbildlich organisiert und kümmert sich hervorragend um seine Gäste. Freitags gibt es Barbecue vom Feinsten – da entpuppt er sich als wahrer Grillmeister. Eigentlich ist Chris gelernter Kfz-Mechaniker. Er war Werkstattleiter bei BMW-Motorrad in Nairobi. Motorräder sind seine Leidenschaft, und er hat seinem Camp eine kleine, aber feine Motorradwerkstatt angegliedert. In Afrika kann man nicht nur auf einem Bein stehen, sagt er. So heißen die Afrikafahrer auch die Gelegenheit willkommen, ihre Motorräder und Autos bei Chris zu reparieren oder reparieren zu lassen. So auch wir, denn wir hatten ja einen Platten. In Nairobi bekommt man so ziemlich alles, was für eine Reparatur notwendig ist. Chris nennt uns zwei Reifenflicker, die sich das Malheur ansehen können. Leider stellt sich heraus, dass an einer Stelle die Gummischichten begonnen haben, sich voneinander zu lösen – irreparabel. So müssen wir wohl oder übel zwei neue Reifen bestellen, denn nur einen zu wechseln, wäre bei dem bereits stark abgefahrenen Profil des gegenüberliegenden Reifens nicht möglich. Der Spaß kostet uns runde dreihundert Euro.

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Boxenstop bei Jungle Junction in Nairobi

Über den Äquator

Nachdem wir uns im Timau Camp am Fuß des Mount Kenia eine Übernachtung gegönnt haben, geht es schließlich auf die letzten Kilometer bis nach Nairobi. Wir sind auf die Überquerung des Äquators gespannt. Den Äquator überqueren wir zwar nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal tun wir es auf dem Landweg.

Doch erst einmal werden wir wieder von einer Radarkontrolle angehalten. Ich habe sie frühzeitig gesehen und bin auf den Strich genau die zulässige Geschwindigkeit gefahren. Ein Polizist kommt zu mir ans Fenster und bezichtigt uns der Geschwindkeitsübertretung.
Beim ersten Mal, als uns das passierte, war ich nicht darauf vorbereitet gewesen. Der Polizist hatte mir eine Radarpistole mit aufleuchtendem Messwert vor die Nase gehalten, und ich musste es so hinnehmen. Doch wer weiß, ob das Gerät vor der Messung überhaupt zurückgesetzt wurde?
Dieses Mal bin ich mir jedoch sicher, die zulässige Geschwindigkeit eingehalten zu haben und mache das dem Polizisten gegenüber auch sehr deutlich. Der fängt an zu schmunzeln, zwinkert mir zu und winkt uns weiter. Mit einem Lächeln verabschieden wir uns – man versteht sich!

Am Äquator schließlich angekommen entdecken wir nur ein mageres Schild, das die imaginäre Line kennzeichnet, die die Welt umspannt. Wir sind etwas enttäuscht, hätten mit einem schönen Stein, einer Messingtafel oder gar einer in die Straße eingelassenen Messinglinie gerechnet. Aber nichts dergleichen ist zu sehen.
Natürlich lassen wir es uns trotzdem nicht nehmen, ein Foto von dem Schild zu machen. Als wir dann aber sogleich vom ersten Souvenirverkäufer angequatscht werden, fällt es uns nicht schwer, den Äquator schnell wieder zu verlassen und weiter nach Nairobi zu fahren.

Äquator